Arbeitswelt 4.0 – Auswirkungen von Digitalisierung und Corona auf unsere Zufriedenheit

Durch die Digitalisierung befindet sich unsere Arbeitswelt in einem ständigen Wandel – und das in einem rasanten Tempo. Durch die Corona Pandemie hat die Veränderung, hin zu digitalen Arbeitswelten, zusätzlich an Fahrt aufgenommen. Doch was heißt eigentlich Arbeitswelt 4.0? Welchen Einfluss hat die Corona Pandemie auf unser Arbeitsleben? Und wie steht es bei all dem Wandel um unsere Zufriedenheit?

Was bedeutet Arbeitswelt 4.0?

Grundsätzlich beschreibt die „Arbeitswelt 4.0“ Veränderungen unserer Arbeitsformen und -bedingungen in der vierten industriellen Revolution1. Ein Wort steht hierbei ganz weit im Vordergrund – die Digitalisierung.

Die Digitalisierung ist eine Umwandlung, in der die analogen Inhalte oder Prozesse, in eine digitale Form gebracht werden. Beispielsweise können geschäftliche Treffen via Smartphone oder Laptop in den eigenen vier Wänden stattfinden und müssen nicht mehr vor Ort im Büro durchgeführt werden. Es ist also möglich, über verschiedene Orte hinweg, ohne direkte persönliche Kontakte in Verbindung zu treten. Die daraus resultierenden, veränderten Strukturen bringen gewisse Herausforderungen, aber auch viele Chancen mit sich. Beides wirkt sich zudem auf unsere Arbeitszufriedenheit aus.

Welchen Einfluss hat die Corona Pandemie auf unser Arbeitsleben?

Die Arbeitswelt 4.0 und die Digitalisierung bekamen durch die Corona Pandemie einen weiteren Schub. Viele Unternehmen und deren Mitarbeitende mussten sich kurzfristig auf die neue Arbeitswelt einstellen. Innerhalb kürzester Zeit wurden so gesamte Systeme für die Arbeit im Homeoffice umgestellt. Hierbei zeigte sich, dass einige Änderungen das Potenzial haben, auch langfristig Teil des Arbeitsalltags zu werden. Momentan arbeiten von allen Arbeitnehmenden rund ein Viertel im Homeoffice. Durch den erneuten Lockdown Light im November kann davon ausgegangen werden, dass sich diese Zahl wieder weiter erhöhen wird.

Laut Studien haben drei von vier Menschen, die aktuell von zu Hause arbeiten, trotz gewisser Defizite und Einschränkungen (z.B. schlechte technische Ausstattung) eine positive Einstellung zum Homeoffice. Wäre die nötige technische Ausstattung vorhanden, könnten sie genauso gut von zu Hause arbeiten. 46 Prozent der aktuellen Heimarbeiter haben vor der Corona Pandemie noch nicht von daheim gearbeitet, finden jedoch Gefallen daran. Wobei dies nicht für alle Personengruppen im gleichen Maße zutrifft. Frauen zeigen hier eine eher stärkere Verringerung der Arbeitszufriedenheit als Männer. Diejenigen, die ein ausreichendes oder gutes Einkommen haben sind zudem zufriedener als diejenigen, die gerade so über die Runden kommen. Trotz der Bedenken, bedingt durch die Einflüsse der Digitalisierung, wird die Möglichkeit zum Arbeiten im Homeoffice grundsätzlich als positiver Faktor angesehen.

Wie genau steht es also mit unserer Zufriedenheit in der Arbeitswelt 4.0?

Die Flexibilisierung von Arbeitszeiten, Arbeitsorten und Beschäftigungsformen wird immer weiter vorangetrieben und rückt mehr und mehr in unser Bewusstsein. Durch die enorme Beschleunigung in der Arbeitswelt können Ängste, Unsicherheiten und negative Gefühle entstehen. Studien ergaben, dass die Arbeitsbelastungen höher und die Arbeitsmengen größer geworden sind. Der „digitale“ Stress nimmt zu.

Ständige Erreichbarkeit, Angst vor Leistungsüberwachung, eine Beschleunigung der Arbeitstätigkeit und die Verunsicherung durch Nutzung der digitalen Medien sind oftmals Auslöser für krankmachenden Stress – denn langanhaltender, negativer Stress geht mit gesundheitlichen Beschwerden einher. Dazu zählen beispielsweise Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Müdigkeit. Daraus können wiederrum negative berufliche Leistungen sowie durch den Leistungsabfall bedingt, erneute Gefühle des Leistungsdrucks entstehen. Beides senkt wohlmöglich die Arbeitszufriedenheit und der Teufelskreis schließt sich. Doch wie kann man diesem Teufelskreis entfliehen?

Folgende Punkte können Sie beachten, um sich in Ihrer digitalen Arbeitswelt wohler zu fühlen:

  • Stärken Sie Ihre Selbstwahrnehmung, um sich rechtzeitig vor überfordernden Situationen zu schützen. Das heißt: Lernen Sie Ihre Grenzen kennen und halten Sie diese ein. 
  • Finden Sie einen gesunden Umgang mit Zeitdruck und Unterbrechungen – setzen Sie sich hierfür mit dem Thema Stressmanagement auseinander und erhöhen Sie Ihre Widerstandsfähigkeit.
  • Legen Sie Pausenzeiten fest, in welchen Sie nicht am Smartphone, PC und Co. arbeiten und gönnen Sie Ihren Augen regelmäßig einen entspannenden Blick in die Ferne.
  • Achten Sie (auch während des Lockdowns) auf eine gesunde Work-Life-Balance und erhalten Sie sich so Ihre Arbeits- und Lebensfreude.
  • Bleiben Sie selbstbestimmt und sorgen Sie gut für sich. Sie selbst wissen am besten, was Sie für einen gesunden Arbeitstag benötigen.
  • Stärken Sie Ihre Kommunikationsfähigkeit, um gut für Ihre Bedürfnisse einstehen zu können.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt lässt sich nicht aufhalten, deshalb ist der Umgang mit diesen Veränderungen entscheidend. So wie sich die Arbeitswelt entwickelt, so sollten sich auch die Maßnahmen zur Mitarbeiterprävention in Unternehmen verändern. Gesunde, motivierte Mitarbeitende zu beschäftigen und halten zu können, verlangt eine neue Art der Gesundheitsförderung. Beschäftigte benötigen z.B. eine höhere Stresstoleranz, weswegen das Betriebliche Gesundheitsmanagement von Unternehmen Möglichkeiten zur Stressprävention beinhalten sollte. Einen fortschrittlichen Ansatz im Sinne der Arbeitswelt 4.0 stellen digitale Angebote zur Betrieblichen Gesundheitsförderung dar.