Was macht ein erfülltes Leben aus? Und was macht Menschen im Leben wirklich glücklich und gesund? Für die einen ist es Erfolg und Geld, für die anderen eine gute Gesundheit. Andere wiederum empfinden Glück, bei einem schönen Zuhause, einem Auto oder einem erholsamen Urlaub – doch stimmt das auch?

Forscher aus Harvard sind dieser Frage auf den Grund gegangen und behaupten, dass es tatsächlich die eine Formel für wahres Glück gibt.

Umfangreiche Langzeitstudie über 75 Jahre

Die beiden Langzeitstudien The Grant Study und The Glueck Study haben sich mehr als 75 Jahre mit der Frage beschäftigt, was den Menschen wirklich glücklich macht. Die Studie, die 1938 begann, hat dafür insgesamt 724 junge amerikanische Männer ihr Leben lang begleitet und ihre Lebensgeschichten verfolgt. Dafür wurden 268 Harvard-Absolventen aus den Jahrgängen 1939-1944 (Grant Study) und 456 Männer aus einkommensschwächeren Vierteln von Boston (Glueck Study) regelmäßig zu ihren physischen und emotionalen Wohlbefinden befragt.

Lang andauernde Studien wie diese kommen selten vor und liefern Erkenntnisse, die sonst schwer zu gewinnen sind. Diejenigen, die heute noch leben, sind mittlerweile 90 Jahre alt und einige stehen mit den Forscher noch immer in Kontakt. Aus den 724 Teilnehmern gingen über 2000 Kinder hervor, für welche nun die Möglichkeit besteht in zweiter Generation an der Studie teilzunehmen.

Was genau macht uns denn nun glücklich?

Demnach ist es weder Geld noch Gesundheit. Nach ausgiebiger Forschung ist man zu dem Ergebnis gekommen, dass das größte Glück unsere Beziehungen sind. Die Teilnehmer, die engere soziale Kontakte zu Familie, Freunden und Gesellschaft pflegten, waren nicht nur glücklicher und gesünder, sie lebten auch länger. Menschen, die sich über einen längeren Zeitraum einsam fühlten, waren häufiger unglücklich. Sie neigten zu schlechterer Gesundheit, ihre Gehirnaktivität ließ eher nach und sie starben früher als Menschen, die nicht einsam waren. Soziale Kontakte sind also sehr wichtig für uns, Einsamkeit hingegen toxisch.

Qualität ist wichtiger als Quantität

Aus den Daten geht genauso hervor, dass es weder um die Anzahl an Freunden geht, noch darum, ob man in einer festen Beziehung steckt. Entscheidend ist die Qualität der Beziehungen. Familienmitglieder und Freunde helfen, die Herausforderungen des Lebens zu meistern und unterstützen in schwierigen Situationen. Sie spielen eine große Rolle für das subjektive Wohlbefinden und wirken wohltuend auf körperlicher und seelischer Ebene. Die Qualität wird von uns daran gemessen, wie sehr wir unsere Gefühle mit dem anderen teilen dürfen und ob wir das Gefühl haben, uns fallen lassen zu können. Weitere Kriterien sind die Tiefe der Beziehung und das Vertrauen, als der Mensch akzeptiert zu werden, der wir wirklich sind und sein möchten.

Was können wir tun, um glücklicher zu werden?

Die Lehren aus dieser Langzeitstudie zeigen, dass es durchaus Sinn macht gute Beziehungen auszubauen und in diese zu investieren. Man könnte mehr Zeit mit Freunden verbringen, gemeinsam lange Spaziergänge machen oder abends ausgehen. Sich Familienmitgliedern zuzuwenden, mit denen man länger nicht gesprochen hat, wäre auch eine Möglichkeit. Glück ist, den Forschern nach, obendrein Veranlagungssache. Sie gehen davon aus, dass die Gene für etwa Fünfzig Prozent des Glücksempfindens verantwortlich sind. Damit ist das Erbgut ebenfalls ein wichtiger Einflussfaktor für die Lebenszufriedenheit. Die Kombination macht’s: Also auch wenn äußere Einflüsse und genetische Veranlagung nicht optimal sind, kann man trotz allem glücklich werden.

Und wie schon das alte Sprichwort sagt: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Also nehmen Sie Ihr Glück gern selbst in die Hand!