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Wird es der Nutri-Score? Einheitliche Kennzeichnung kommt bis 2022

 

In Frankreich und Belgien gibt es den Nutri-Score schon. Auch in Deutschland soll er nach aktuellem Stand im Herbst 2020 als freiwillige Lebensmittelkennzeichnung durch die Lebensmittelhersteller eingeführt werden. Eine verpflichtende und EU-weite Regelung ist bis 2022 geplant. „Leider hat die EU-Kommission noch kein konkretes Modell vorgeschlagen und will sich damit auch noch bis 2022 Zeit lassen“, so Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale des Bundesverbandes. Ob die Entscheidung auf den bereits erprobten Nutri-Score fallen wird, bleibt also noch unklar. Doch was ist der Nutri-Score eigentlich?

Kurz gesagt: Der Nutri-Score ist eine Lebensmittelkennzeichnung, welche dem Verbraucher zu einer gesunden Kaufentscheidung verhelfen soll. In Deutschland wurden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vier verschiedene Kennzeichnungsmöglichkeiten für Lebensmittel getestet. Dabei stellte sich heraus, dass der Nutri-Score für die Verbraucher am ehesten verständlich und einprägsam ist. Bei der Einführung geht es jedoch nicht nur um den Verbraucherschutz. Auch gilt es einen guten Kompromiss mit den Lebensmittelherstellern zu finden.

Nutri-Score
Foto: Verbraucherzentrale

Wie funktioniert der Nutri-Score?

Grafisch dargestellt zeigt der Nutri-Score an, ob das Lebensmittel gesundheitsfördernd oder gesundheitsschädlich ist. In einer Skala von A (grün) bis E (rot), wobei A für „gesundheitsfördernd“ und E für „gesundheitsschädlich“ steht, werden die Lebensmittel bewertet. Berechnet wird der Nutri-Score durch eine Punkteverteilung auf positive und negative Faktoren des Lebensmittels.

 

Zu den negativen Faktoren zählen:

  • Energiegehalt (Kalorien)
  • Gesättigte Fettsäuren
  • Zucker
  • Natrium

Die berücksichtigten positiven Faktoren sind:

  • Proteine
  • Ballaststoffe
  • Anteil an Obst, Gemüse und Nüssen

Zunächst werden die negativen Faktoren mit Punkten berechnet. Dabei gilt, je mehr von dem Inhaltsstoff vorhanden ist, desto höher die Punktzahl. Gleiches gilt bei der Berechnung der positiven Faktoren. Die Punktzahl dieser werden schlussendlich von der Punktzahl der negativen Faktoren abgezogen. Je niedriger das Gesamtergebnis ausfällt, desto besser ist die Endbewertung für das Lebensmittel. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass Mineralstoffe, Vitamine, ungesättigte Fettsäuren und Zusatzstoffe in der Berechnung nicht beachtet werden. Lebensmittel, die mehr als elf Punkte bei den negativen Faktoren erhalten, bekommen für den Proteingehalt keine Punkte. Die Berechnung des Nutri-Scores bei Getränken wird wiederum auf anderem Wege berechnet.

 

Ob der Nutri-Score funktioniert, wurde in verschiedenen Studien in Frankreich, Australien und den Niederlanden getestet. Die Ergebnisse fielen dabei unterschiedlich aus. In einer französischen Studie konnte bspw. nachgewiesen werden, dass sich ein gesünderes Kaufverhalten mit dem Nutri-Score einstellt, andere konnten dies wiederum nicht bestätigen. Zur Einführung soll es in Deutschland trotzdem kommen.  

Fazit

Der Nutri-Score ist eine Gesamtbewertung von Lebensmitteln, die die Tendenz zum gesünderen Kaufverhalten unterstützen soll. Durch die farbliche und alphabetische Kennzeichnung ist dieser einfach für den Verbraucher zu verstehen.

Da bei der Bewertung nicht alle Inhaltsstoffe berücksichtigt werden, ist die Kennzeichnung noch ausbaufähig und kann bei einzelnen Produkten zu Verwirrung führen.

Eine einheitliche Kennzeichnung mit dem Nutri-Score ist zum Vergleichen von Lebensmitteln sinnvoll und sollte für Hersteller verpflichtend sein, um mehr Transparenz für Verbraucher zu schaffen.